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Das Wunder von Berlin
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| Editorial Reviews: | |  |  | | Warner Home Das Wunder von Berlin, USK/FSK: 12+ |  |  | | Ost-Berlin, 1988: Marco Kaiser funktioniert nicht so, wie er sollte. Der 18-Jährige rebelliert gegen Elternhaus und System. Dass er als Sohn von den Privilegien profitiert, die Jürgen Kaiser als hochrangiger Stasi-Offizier in der DDR genießt, hält ihn nicht davon ab, den linientreuen Vater immer wieder herauszufordern. Als er und seine neue Freundin Anja auf einem Punkkonzert verhaftet werden, arrangiert Jürgen die Freilassung nur unter einer Bedingung: Marco muss im Gegenzug für drei Jahre zur NVA. Hier wird aus dem aufmüpfigen Punker ein überzeugter Soldat ? bereit, den Sozialismus gegen alle Feinde zu verteidigen, während seine Mutter, seine große Liebe und Hunderttausende im ganzen Land für die Veränderung kämpfen. Am 9. November ?89 stehen sich beide Seiten in Berlin gegenüber ... Basierend auf den wahren Erlebnissen eines DDR-Soldaten schildern Erfolgsregisseur Roland Suso Richter (Der Tunnel, Dresden) und Autor Thomas Kirchner (Mord am Meer) die dramatische Wendezeit als fesselndes Familiendrama. Mit hochkarätiger Besetzung erzählt Das Wunder von Berlin ein packendes Stück Zeitgeschichte aus dem Blickwinkel der Betroffenen. |  |
| Custom Reviews: | |
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|  | Die dargestellten Spontandemos nach Gottesdiensten gab es niemals in Ostberlin. Solche Proteste fanden zuallererst in Leipzig, aber auch in Dresden, Plauen und vielen anderen Städten im Süden des Ostens statt. In Ostberlin gab es Proteste anlässlich des Gorbatschowbesuchs am 7.Oktober 1989 und eine stattlich schon genehmigte Großkundgebung am 4.November 1989 auf dem Alexanderplatz. In der Berliner Zions- und Gethsemanekirche gab es regelmäßige Bittgottesdienste - aber dies blieb auf den Kirchenraum beschränkt. Auch sollte nie vergessen werden das in Berlin zuerst die Berliner Mauer fiel - aber nur die. Die innerdeutsche Grenze öffnete sich bereits eine Stunde eher am Grenzübergang Marienborn/Helmstedt. Im Film wird eindeutig versucht der friedlichen Revolution von 1989 einen absoluten "Berlintouch" zu geben. Da wundert es nicht, wenn unsere Politiker ein Revolutionsdenkmal in der Hauptstadt aber nicht in Leipzig - wo es eindeutig hingehört - aufstellen wollen. So ein Geschichtsdrama hat in meinem Augen die Aufgabe auch für die folgenden Generationen eine unverfälschte Wahrheit zu übermitteln.
| |  | Eine wirklich gelungene Darstellung der Verhältnisse in der DDR in der Zeit vor der Wende, wenngleich einen Tick zu verharmlost dargestellt, doch mag dies an der langen Zeitspanne liegen, die schon hinter uns liegt.Heino Ferch wie immer überzeugend gut. Kostja Ullmann bravourös, in toller Charakterrolle voller Überzeugungskraft, Charme, Witz, Tiefgang und Erotik.Ein Mann auf seinem Weg, ein Lehrstück unserer Tage in einem unwirklichen Regime. Intelligente und niveauvolle Unterhaltung, die Dank Kostja Ullmann ihren Platz in der ersten Filmkategorie einnehmen wird. Weiter so mit Filmen in dieser Offenheit, wir haben sie allzu lange vermißt in unserer westdeutschen Filmelandschaft!
| |  | Witzigerweise ist Marco Kaiser in jedem Detail seines Charakters das genaue Gegenteil von Sven Regeners Frank Lehmann.
| | War es wirklich ein Wunder? | |
|  | Der Film ist grandios gemacht, und eigentlich waren wir ja auch alle von dieser sanften Revolution begeistert. Zwanzig Jahre später sieht wieder alles anders aus. Da sind nun wieder die Rufe nach dem Schutz durch den Staat. Physiker sind arbeitslos und Ärzte auch, und wenn man nicht aufpasst, landet man ganz schnell an Tafel oder Suppenküche. Schade, dass es so gekommen ist. Der Kapitalismus ist also doch nicht das Wundermittel gegen Armut und Elend. Ost und West sind zusammengewachsen. Aber wie? Es ist ein zerschlissener Flickenteppich geworden. Rückblickend versteht man Marcos Vater, in fast schon fieser Weise von Heino Ferch gespielt: Ich würde die Mauer wieder bauen. Aber wirklich? Auf bedrückende Weise zeigt der Film Bespitzelung und Misstrauen in der ehemaligen DDR, und auf einmal wird dir klar, dass dieser Kapitalismus mit all seinen Gefahren und Fallstricken vielleicht doch die bessere politische Form ist. Demokratie gegen Diktatur. Und da kann es doch nur einen Gewinner geben, oder?
| | "The Return of Checkpoint Charlie"? Glücklicherweise nicht | |
|  | Viel konnte man von "Das Wunder von Berlin" im Vorfeld nicht erwarten: Ein Titel, der sich an den Film zur Fußball-WM 1954 anlehnt, und dazu ein bei solchen öffentlich-rechtlichen "TV-Events" wohl unvermeidliches Ensemble - als ob es abseits der Ferres-Ferch-Riege keine anderen guten deutschen Schauspieler gäbe. Nach den ersten Minuten hatte man schon Angst, dass es sich bei dem "Wunder von Berlin" in Wirklichkeit um eine Produktion mit dem internen Arbeitstitel "The Return of Checkpoint Charlie" handeln würde, mit dem Unterschied, dass Veronica Ferres die Haare statt blond-raspelkurz braun-mittellang trägt, was wohl auf die erhöhte Spießigkeit ihrer Figur hindeuten soll - vielleicht traute man Frau Ferres nicht zu, dies auch schauspielerisch vermitteln zu können.
Wie dem auch sei, den Filmemachern gelingt es schnell, solcherlei Zweifel an der Ernsthaftigkeit und Klasse des Films zu zerstreuen. Ferch und Ferres nehmen sich zurück und geben der klug konstruierten Geschichte viel Raum zur Entfaltung, auch wenn diese zum Ende hin mit all ihren 180-Grad-Drehungen, Affären und Intrigen etwas zur Überladung neigt und schließlich beinahe zu einem keimfrei-pathetischen Hollywood-Happy-End gestaubwedelt wird. Ein Kunstgriff ist allerdings die famos gespielte Figur des mürrischen Opas, der zunächst in unnachahmlich nervtötender Weise den Familienbetrieb behindert, aber in Anfällen von wohldosierter Altersweisheit den ein oder andern unverschämt klugen Spruch absondert.
Insgesamt steht mit "Das Wunder von Berlin" eine durchaus unterhaltsame Produktion ins Haus, die sich weitgehend unfallrei auf den ausgetretenen, weil in letzter Zeit überstrapazierten DDR-Gefilden bewegt - Mein Bedarf an Veronica-Ferres-DDR-Filmen ist damit aber trotzdem bis einschließlich 2010 gedeckt.
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