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The Million Dollar Hotel

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Editorial Reviews: 
Viele Kritiker haben auf die letzten Filme von Wim Wenders, besonders auf In weiter Ferne, so nah und Am Ende der Gewalt, ziemlich kleinlich und harsch reagiert. Dabei spricht für beide durchaus einiges. Eine wahre Katastrophe dagegen ist The Million Dollar Hotel, mit dem Wenders wirklich auf seinem Tiefpunkt angekommen ist. Seine Geschichte, an der auch Bono von U2 mitgeschrieben hat, eignet sich höchstens für einen lächerlichen Werbespot, und sein Hauptdarsteller Jeremy Davis geht einem mehr auf die Nerven als jeder andere Schauspieler, der bisher auf der Leinwand zu sehen war.

Der Film beginnt damit, dass Tom-Tom (Jeremy Davis), ein Halb-Verrückter mit Punk-Frisur, aus vollem Lauf vom Dach des Hotels springt, das seit Jahren ein schon sprichwörtlicher Zufluchtsort für all die Kaputten und Gescheiterten von Los Angeles ist, und springt dann selbst in der Zeit zurück. Tom-Toms Freund, ein Junkie, den Tim Roth in der finalen Rückblende des Films spielt, ist von dem Hoteldach gefallen, und hat damit eine Kette von Ereignissen ausgelöst, die mit Tom-Toms Sturz endet. Das Hotel und seine Bewohner geraten durch die Ankunft von FBI Special Agent Skinner (Mel Gibson), einem Besessenen mit einer metallischen Rückenstütze, der einmal einen -- nun amputierten -- funktionstüchtigen dritten Arm hatte, in Aufregung.

Zu den durchweg seltsamen oder verrückten Bewohnern des Million Dollar Hotels gehören neben Tom-Tom eine von Milla Jovovich gespielte heilige Hure, die Bücher über alles liebt, ein Künstler (Jimmy Smits), der vorgibt, Indianer zu sein, eine wahnsinnige Nutte (Amanda Plummer) und ein angeblich aus Liverpool kommender Europäer (Peter Stormare), der behauptet, ein vergessenes Mitglied der Beatles zu sein. Und als man gerade denkt, es kann nicht mehr schlimmer werden, taucht auch noch Julian Sands auf. --Kim Newman

Was auch immer man von Wim Wenders' Film halten mag, die DVD zu The Million Dollar Hotel ist über jeden Zweifel erhaben. Sie bietet nicht nur den Film in erstklassiger Bild- und Tonqualität (auf Deutsch in Dolby Digital und DTS 5.1; auf Englisch in Dolby Digital 5.1), sondern auch ein luxuriöses Angebot an Special Features. Vor allem der auf Deutsch eingesprochene Audiokommentar von Wim Wenders bietet eine wertvolle Ergänzung: Wenders' Tonfall mag zwar arg monton klingen, doch seine Ausführungen überzeugen durch Offenheit und fachkundigen Enthusiasmus.

Nicht minder interessant sind Wenders Anmerkungen in der 100minütigen Dokumentation "One Dollar Diary", die die Entstehung des Films nachzeichnet. Über diese wirklich sinnvollen Extras hinaus bietet die DVD noch eine Fülle weiteren Materials: So gibt es zwei Trailer, das Musikvideo zu "The Ground Beneath Her Feet" von U2, eine Fotogalerie, umfassende Produktionsnotizen, sehr ausführliche Informationen zu Stab und Besetzung, 15 Minuten an geschnittenen Szenen sowie von Wenders' Tochter aufgenommene Impressionen vom Drehort. Mehr kann man wirklich nicht verlangen. --René Classen



Custom Reviews: 
Einfühlsam, schräg und brillant!
5 out of 5 stars.
Regisseur Wim Wenders: "Der Film spielt an einem einzigen Ort, innerhalb eines einzigen Straßenblocks, und handelt von der bedingungslosen Liebe zweier junger Leute."

Der Ort ist das Million Dollar Hotel in Downtown Los Angeles, Ecke 5th Street/Main, die jungen Leute heißen Tom Tom (Jeremy Davies) und Eloise (Milla Jovovich). Den Film einem Genre zuzuordnen, fällt schwer. Wenders selbst spricht von "Slapstick-Tragödie", wenngleich auch das der Geschichte nur annäherungsweise gerecht wird.

Das Hotel selbst ist eine Parabel für Abstieg und Verfall. Einst logierten Hollywood-Stars und Präsidenten in ihm, heute ist es eine 11-Dollar-Absteige für Gestrandete aller Art, deren Leben ebenso in die Brüche ging wie das Interieur der vormaligen Nobelabsteige.

In Wenders Film wird es von skurrilen Persönlichkeiten wie Dixie, der glaubt, der 5. Beatle zu sein, oder von Geronimo, einem selbsternannten Navajo-Häuptling, bewohnt. Erzählt wird die Geschichte aus der Perspektive von Tom Tom, dem 'Butler der Bettler', der in jedem nur das Gute sieht und ewig Kind geblieben ist. Sein bester Freund, der Teer-Künstler Izzy Goldkiss (Tim Roth), stürzte vom Dach des Hotels. Unfall, Selbstmord, Mord? Das versucht FBI Special Agent Skinner (Mel Gibson) herauszufinden. Um Tom Toms Vertrauen zu gewinnen, führt er ihn mit der verehrten Mitbewohnerin Eloise zusammen. Eine sehr subtile Liebesgeschichte ohne Kitsch und Pathos ist die Folge. Wenders gelang es, diese Zweierbeziehung in all ihrer Schrägheit und Empfindlichkeit zu erzählen. Hut ab!

Die Grundidee zum Film stammt von U2-Frontmann Bono Vox, der während eines Musikvideo-Drehs auf dem Dach des Million Dollar Hotels mit seinem Bandkollegen The Edge eine halsbrecherische Wette abschloss (mehr auf der Extra-DVD). U2 steuerte natürlich auch zum Soundtrack wesentliche musikalische Beiträge (wie z.B. den Song "The Ground Beneath Her Feet" mit einem Cameo von Salman Rushdie!) bei.

Die drei Hauptakteure sind brillant: Jeremy Davies wirkt authentisch, gar nicht überzeichnet, ebenso Milla Jovovich, die zwischen Verletzlichkeit und Stärke facettenreich changiert. Für Mel Gibson war es sicher eine seiner besten Rollen. Der von ihm verkörperte Agent Skinner karikiert sich auf eindrucksvolle Weise selbst: anfangs der supercoole Hightech-Sonderermittler (ständig was von 'Code Blue' flüsternd), dann der einfühlsame Mann mit dem dritten Arm, selbst ein Outcast. Besonders witzige Idee: in einer Nebenrolle spielt - fast nicht wiedererkennbar Bud Cort -, der makabre Junge aus dem 1970er-Klassiker "Harold and Maude".

Das Bonusmaterial dauert insgesamt 200 Minuten (Musik-Video, geschnittene Szenen etc.). Sehr aufschlussreich ist das von Wenders erzählte "One Dollar Diary", ein filmisches Tagebuch über die Dreharbeiten.

Was die Bewertung angeht: Das "Million Dollar Hotel" ist filmisch ganz klar eine Fünfstern-Absteige!!!

Das besondere Film-Erlebnis
5 out of 5 stars.
Wenn der Begriff nicht so abgenudelt wäre, müsste man hier wohl von einem Hotel voller skurriler Typen und irrer Geschichten sprechen..Ach lassen wir das mal ruhig so stehen :) Dann plötzlich ein Todesfall - war es Mord? Keiner will so recht daran glauben. Nur der Vater des vermeintlichen Opfers ist ein reicher Medienmogul..Ausserdem wird der Tote als Künstler entdeckt und in dem Hotel, wie man sich ja denken kann, jede Menge Staub aufgewirbelt. Eigentlich ist der Krimi nicht das Kernstück des Films, viel wichtiger sind die verschiedenen Personen, welche sehr treffend und witzig charakterisiert werden, es ist teilweise wie in manchen Filmen von David Lynch (wenn der Vergleich erlaubt ist). Am besten hat mir übrigens das verschollene Mitglied der Beatles gefallen.-Solche Typen gibt es ja wirklich. Die Hauptperson Tom Tom wirkt in ihrer ganzen Art schon ein bißchen bizarr, was vielleicht den einen oder anderen etwas nerven könnte, ich finde ihn aber schon sympathisch gezeichnet. Auch in diesem Film gibt es unter anderem eine Parodie auf Macht und Funktionieren von Medien. Schließlich verdient auch noch die Musik besondere Erwähnung, es lohnt sich auch den Film anzuhören. Also ich finde, ein Film, der eine große Palette von Emotionen umspannt, von komisch bis traurig und nachdenklich ist alles dabei und fügt sich zu einem überzeugenden Ganzen.

Ein Käfig voller Narren.
3 out of 5 stars.
Im Hotel kommt es zu einem Todesfall und Polizei Detektiv Skinner beginnt seine Ermittlungen. Das Hotel ist angefüllt mit skurrilen Dauergästen. Die Befragungen führen den Detektiv von einem zum anderen Gast. Ein ständiger Begleiter ist Tom Tom. Ein zu allen freundlicher und hilfsbereiter Jugendlicher. Er war mit dem Toten befreundet und weis, das er Selbstmord begangen hat. Selbstmord ist allerdings ein Ergebnis, das der Vater des Verstorbenen nicht zulässt, es muss einen Schuldigen geben. Auch Skinner hat seine Merkwürdigkeiten. Ihm wurde ein voll funktionieren Arm am Rücken amputiert und er trägt ein Stahlkorsett. Die Ermittlungen führen zu dem Ergebnis Selbstmord, aber es muss halt einen Schuldigen geben. Letztendlich begeht Tom Tom Selbstmord vom Dach des Hotel und verschafft damit allen Bewohnern ihren Seelenfrieden wieder.

Der Film ist ein Panoptikum interessanter Gestalten. Die Ermittlungen führen den Zuschauer durch das pittoreske Gebäude. Überraschende Verrücktheiten gibt es hier in jeder Ecke zu finden und machen die Geschichte unterhaltsam.


Ein bildgewaltiges Abenteuer von einem Film!
5 out of 5 stars.
Nicht ganz unberechtigt ist "The Million $ Hotel" von Kritikern der Vorwurf gemacht worden prätentiöses Kunstkino sein zu wollen. Und im Grunde stimmt das auch.
"Million $ Hotel" hat in sich so viele Schwächen wie er Stärken hat und vielleicht ist es ja gerade das, was ihn für mich zu einer meiner ewigen Lieblingsfilme macht.

Die schwelgerisch romantischen Bilder höchster suggestiver Kraft von Phedon Papamichael, die furiose Besetzung des kindlich-liebestollen Pärchens Milla Jovovich und Jeremy Davies, die obskuren Figuren, das mitleidvoll gezeichnete Armen-Millieu, die hervorragende weil unvergessliche Anfangs- und Endsequenz auf dem Dach des Hotels und zuletzt die mal überhaupt nicht nervige Musik von Bono (die er übrigens live vor einer Leinwand performt hat)...all das macht "Million Dollar Hotel" zu einem raschhaften Trip, zu einem hoch-poetischen Kiffermärchen, dass einem vor lauter Schönheit den Atmen anhalten lässt.

Eine Hommage an ein sterbendes Gebäude
5 out of 5 stars.
Welchem Genre soll man diesen Film zuordnen: Drama, Thriller, Liebesfilm? Es passt alles und auch nicht, denn es ist ein Wim Wenders Film. Der geniale Filmemacher wollte in erster Linie einen Film über das Million-Dollar-Hotel machen und das ist ihm gelungen. Kein Mainstreamkino also. Eher etwas für Leute mit einer Affinität mit dem fremden, vertrauten Amerika.

Zur Handlung: Im Jahr 2001 leben im heruntergekommenen alten Zentrum von L.A. im "Million Dollar Hotel" schräge Gestalten, Gestrandete, Verrückte, Junkies und Outcasts. Der kindliche TomTom (Jeremy Davies) liebt die Prostituierte Eloise (Milla Jovovich), die emotional nur überleben kann, weil es Bücher gibt. Ein sehr bizarres, unglaublich anrührendes Paar. Niemand interessiert sich für die von der Gesellschaft ausgeschlossenen Menschen, bis der Junkie Izzy (Tim Roth) vom Dach des Hotels fällt. Er ist der Sohn eines Medienmoguls und dieser möchte wissen, wie und warum sein Sohn ums Leben kann. Er ist ein Mann, der immer Antworten auf seine Fragen möchte und normalerweise auch bekommt. FBI-Agent Skinner (Mel Gibson in einer wunderbaren Mischung aus Frankenstein und Supermann parodiert sein übliches Filmimage hier subtil selbst) wird auf den Fall angesetzt.......

Aber wie schon eingangs gesagt, um die Handlung geht es in diesem Film gar nicht wirklich. "The Million Dollar Hotel" will gar nicht verleugnen, dass es auch ein Song hätte werden können, wie es im Bilderbuch zum Film ("The Heart is a Sleeping Beauty") so schön gesagt wird. Der Hauptdarsteller dieses zweistündigen Werks, das mit sehr umfangreichen Zusatzmaterial auf einer zweiten Scheibe zu einem günstigen Preis auf DVD zu haben ist, ist das alte Luxushotel aus dem Jahre 1917. Da stand es im Mittelpunkt des schicken Zentrums von L.A., war das höchste Gebäude der Stadt und alles was Rang und Namen hatte (oder das wenigstens von sich glaubte) verkehrte hier. In den 20er Jahren hatte auch Charlie Chaplin sein Büro im Haus.

Auf dem Dach des Hotels ragt der Schriftzug in verrosteten Lettern über die Stadt. Im Film darf er nachts dank moderner Filmtechnik wieder leuchten, in der Realität wird er das wohl nie mehr. Ein magischer Ort, der die Lust weckt, selbst einmal dort zu stehen und über die Stadt der Engel zu schauen. In Sichtweite das sogenannte moderne Zentrum dieser Stadt, die eigenlich keine ist; prächtig, hoch, kalt, ohne Raum für Phantasie. Auf diesem Dach beginnt und endet der Film auch. Es ist die Zeit der "Blauen Stunde" zwischen Tag und Nacht, in Amerika nennt man sie "magic hour". Das Licht Kaliforniens, das einst die Filmemacher dazu bewog, New York zu verlassen und sich hier anzusiedeln, ist zu dieser Zeit besonders schön und auch in L.A. zu genießen, sofern nicht der Smog über der Stadt liegt. U2-Frontmann Bono, ein Freund von Wim Wenders, drehte bereits in den Achzigern einen Videoclip auf diesem Dach ("Where the streets have no name") und war von der Atmosphäre so begeistert, dass er den eigentlichen Anstoß zu diesem Film gab.

Heute leben in diesem abgewrackten Hotel, das sich nun "Frontier-Hotel" nennt, wirklich psychisch kranke Menschen, Junkies,Prostituierte, arme Einwanderer und und und....Ca. 800 Menschen sollen es sein, die hier für eine sehr günstige Monatsmiete von 300 Dollar ein Zimmer oder Appartement bewohnen. Das soziale Netz hat in den Staaten ja bekanntlich mehr Löcher als Maschen und so kann man ganz schnell ganz unten landen. Besonders in Kalifornien, wo der Lebensrhythmus gnadenlos schnell und hart ist. Es gibt keine Studioszenen im Film. Er wurde wirklich in diesem Hotel und in den Straßenzügen in der Nähe gedreht. Auch der Buchladen, in dem sich Eloise so gerne flüchtet, ist ein realer Ort. Der letzte Buchladen in meiner Stadt, der so heimelig war wie dieser, hat schon vor einigen Jahren geschlossen. Die Lobby des Hotels ist offensichtlich so groß, dass für den Film eine kleinere einfach hineingebaut wurde. So konnten die Bewohner problemlos das Hotel betreten und verlassen, auch wenn gefilmt wurde. Einige fanden die Filmerei ganz interessant und das Filmteam musste wohl viel Geduld aufbringen. Das Gebäude ist laut Wenders auch von Ratten und anderem Ungeziefer verseucht und würde in Deutschland vermutlich sofort geschlossen werden. In USA dürfen Gebäude auch langsam sterben. Es gibt genug Platz, man zieht einfach weiter. Vielleicht fällt dieses Haus einmal einem Feuer zum Opfer.

Schön sind auch die Szenen, die in einem leerstehenden Diner, ganz in der Nähe des Hotels gedreht wurden. Hier zeigt sich, wie so häufig in diesem Film, dass das visuelle Vorbild für etliche Szenen Bilder des großen amerikanischen Maler der Leere und Einsamkeit, Edward Hopper, war.

Wer nun Lust bekommen hat, sich den Originalschauplatz des Films einmal selbst anzuschauen, muss etwas Mut und Vorsicht im Gepäck haben. Die Gegend von L.A., in dem das Million-Dollar-Hotel steht, ist für Touristen nicht ungefährlich. Es gibt einige Stadtteile, die man meiden sollte. Es reicht schon, nachts in dem endlosen Straßengewirr als überforderter europäischer Autofahrer die falsche Ausfahrt zu erwischen und hinter fest verschlossenen Autofenstern den Hinterhof des amerikanischen Traums unfreiwillig zu besichtigen....

Danke also an Wim Wenders und dem ganzen Team, dass ich mir ein Stück amerikanischer Architekturgeschichte ganz gemütlich und ungefährlich auf dem heimischen Sofa ansehen darf. Danke auch für den Kommentar, mit dem der ganze Film unterlegt ist. Ich fand ihn genauso interessant wie die Geschichte.

Nicht weit entfernt, in einer alten Feuerwache, drehte Wenders einen weiteren, wundervollen Film: "Land of Plenty". Aber das ist eine andere Geschichte.




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