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Jakob, der Lügner
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| Editorial Reviews: | |  |  | | Roberto Begninis Das Leben ist schön bei Seite gelassen, ist es jedes Mal ein gefährliches Spiel, den Holocaust für ein paar Lacher heranziehen zu wollen. Im Schatten eines derart monströsen Verbrechens bekommt selbst der schwärzeste Humor einen üblen Beigeschmack, sei er noch so therapeutisch angelegt. Es wirkt ein bisschen wie ein Tanz auf einem Massengrab. Genau mit diesem Problem hat auch Jakob der Lügner zu kämpfen. Die Abenteuer des Protagonisten werden in einer Art Semi-Farce dargeboten und ereignen sich zirka 1944 in den Straßen des Warschauer Ghettos. Über Jakobs Heimatstadt hängt immer ein bleierner Himmel, was das komische Klima reflektiert, mit dem diese unglückliche Adaption von Jurek Beckers autobiografischem Roman (erstmals 1975 von Frank Beyer verfilmt) durchzogen ist. Jakob Heym (Robin Williams, Der Club der toten Dichter) verstrickt sich in Selbsterhaltungs-Lügengeschichten über ein angeblich verstecktes Radio, in dem fortwährend die nahende Rettung durch die siegreiche Rote Armee angekündigt wird. Seine verzweifelten Versuche, einige Freunde und die obligatorischen Nazischergen zu überzeugen, dass das Radio nicht existiert, werden zusätzlich durch die Tatsache kompliziert, dass er ein Flüchtlingskind auf seinem Dachboden versteckt hält. Reichlich unkomische Missverständnisse und Tölpeleien überwiegen in dieser Hollywood-Variante von Anatevka (man erwartete geradezu, dass Robin Williams jeden Moment "If I were a funny man..." zu singen beginnt). Letztlich fällt Jakob der Lügner durch hässliche Gewaltszenen und eine scheußliche Wendung am Schluss endgültig aus dem Rahmen. --Kathleen Murphy |  |
| Custom Reviews: | |
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|  | Jakob der Lügner ist eine Geschichte, die im von Deutschen besetzten Polen im jüdischen Ghetto spielt. Jakob, ein älterer Mann, der sich auch um ein kleines Mädchen kümmert, hört durch Zufall eine Radiomeldung, nach der die Russen sich auf dem Vormarsch befinden. Die Story verbreitet sich wie ein Lauffeuer, plötzlich meint jeder, Jakob wäre im Besitz eines Radios und will Neuigkeiten erfahren. Radiohören ist allerdings streng verboten und die ganze Zwangsgemeinschaft gerät in noch größere Gefahr.. Der Film hat mich besonders beeindruckt, da man hier weitgehend ohne plakativ gezeigte Grausamkeiten auskommt, die sonst (natürlich ist es realistisch) bei solchen Filmen vorkommen müssen. Der Film arbeitet mit einfachen Mitteln, mit Psychologie und gekonnter Darstellung der Persönlichkeiten (besonders hat mir hier die Figur des Kowalski gefallen), mit einer guten Geschichte - hier werden keine Effekte oder drastischen Darstellungen herbemüht - es ist fast ein lustiger Film, wobei einem natürlich das Lachen im Halse steckenbleibt.
| | Trotz toller Darsteller, nur vierte Wahl... | |
|  | Diese Hollywood-Verfilmung des Jurek-Becker-Werks stammt aus dem Jahr 1999. Die Besetzung ist erstklassig, nicht nur mit Robin Williams als Jakob, auch zum Beispiel mit Armin Müller-Stahl und Alan Arkin, mittlerweile ja oscarprämiert für seine Rolle in Little Miss Sunshine, aber sonst?
Die Handlung ist an vielen Stellen eher unwirklich, das Ende positiv formuliert eher seltsam, die Ghetto-Atmosphäre kommt nie richtig rüber, die brutalen Szenen sind einerseits unnötig brutal, und wirken andererseits unpassend eingestreut in eine ansonsten fast schon lockere und ungefährliche Umgebung. So richtig getroffen wird man durch diesen Film auch nicht.
Die Verbindung von Holocaust mit humoristischen Elementen im Film ist verdammt schwierig und gelingt daher auch nur selten. "Jakob, der Lügner" ist für meinen Geschmack in diesem Bereich eher grenzwertig. Das es möglich ist und viel besser geht, sieht man an den drei unten aufgeführten Filmen, die ich allesamt deutlich höher bewerte als die 1999er Version von "Jakob der Lügner". Daher ist der Film in dieser Version für mich nur vierte Wahl (und somit natürlich auch absolut verzichtbar).
Wäre "Jakob, der Lügner" sozusagen beispiellos, hätte ich ihn möglicherweise einen Stern besser bewertet. Ich empfehle daher jedem, der diesen Film gesehen hat und meine Kritik als zu hart empfindet sich noch folgende "themengleiche" Werke anzuschauen:
1) Das Leben ist schön, nach meinem Geschmack einer der besten Filme aller Zeiten. 2) Zug des Lebens, leider in der Öffentlichkeit etwas untergegangen 3) Jakob der Lügner aus dem Jahr 1977, atmosphärisch viel besser als die 99er Version
| | Zur Rezension von Kathleen Murphy | |
|  | Nein, nein - therapeutisch angelegt ist jener Schwarze Humor beim besten Willen nicht, zumindest nicht von den Machern des Films. Dieses Stilmittel samt der vermeintlich "unkomischen Missverständnisse und Tölpeleien" als lediglich Lacher provozieren wollende "Semi-Farce" zu bezeichnen, an welcher der gesamte Film kranke, geht sicherlich zur Gänze an den Tatsachen vorbei. Denn schließlich haben wir es hier mit einer filmischen Umsetzung der Besonderheiten des aus der zu allen Zeiten unglücklichen Situation des jüdischen Volkes geborenen und zum reinen Selbsterhalt dienenden jüdischen Humors zu tun. Der Jude lacht über sich selbst und nimmt sich in seiner ihm sehr wohl bewußten menschlichen Fehlbarkeit hoch, und so bewegt sich der jüdische Witz vorrangig im eigenen Kosmos, dreht sich ums Jude-Sein in der eigenen Erlebenswelt. Was gezeigte Gewaltszenen betrifft, so zeugen sie m. E. nicht von reißerischer Effekthascherei, sondern sind lediglich authentische Reflexion der seinerzeitigen Geschehnisse. Insofern betrachte ich sowohl Williams' schauspielerische Leistung als auch den Film selbst als absolut gelungen.
| | Hervorragende Literaturverfilmung! | |
|  | Nicht umsonst hat diese Verfilmung von Jakob der Lügner als einziger DDR-Film eine Oscar-Nominierung und einen Ehrenpreis erhalten. Für heutige Zuschauer mag dieser Film ein wenig langatmig wirken, aber wer sich wirklich mit der Geschichte von Jakob beschäftigen möchte, hat hier eine wunderbare Umsetzng der Vorlage gefunden! Hervorragende Schauspieler geben den Figuren Tiefe und es wird mehr die Psychologie in den Vordergrund gestellt als blutige Grausamkeit. Das Ende wirkt wie im Roman gleichsam banal und erschütternd.
| | Typischer Williams, aber teilweise unpassend | |
|  | | "Jakob, der Lügner" habe ich mir zugelegt, weil ich ein großer Fan von Robin Williams bin und er meiner Meinung nach immer nur Top-Filme dreht, die einfach aus allem die Richtige Menge enthalten und somit eine perfekte Mischung am Ende darstellen. So ist auch "Jakob, der Lügner" wieder ein Film mit ernstem Hintergrund, dem es nicht an Sympathie fehlt und natürlich auch nicht an ein bißchen Humor. An dieser Stelle streiten sich aber die Geschmäcker, ob Humor bei einem Film diesen Themas angebracht ist. Kinder verlieren ihre Eltern, Männer werden grundlos erschossen, es geht um Hunger, Elend und Not. Ich weiß nicht, ob ich mir vorstellen kann, dass die Leute, die damals wirklich in den zahlreichen Juden-Ghettos gewohnt haben, Freunde und Familie verloren, immer noch einen Funken Humor behalten haben können. Ich wage es stark zu bezweifeln. Nun, zwar bietet sich in "Jakob, der Lügner" nicht der umfassende Humor, wie man es von Williams-Filmen gewöhnt ist, aber eine gewisse Komik ist nicht zu übersehen. Das läßt den Film insgesamt weniger rührend wirken, wie vielleicht erwartet wurde. Der Jude Jakob hört durch Zufall eine positive, den Krieg betreffende Radio-Meldung und verbreitet diese ungewollt im Ghetto. Von nun an glauben die Leute, er habe ein Radio und fragen ihn beständig um neue Informationen. Zunächst wehrt er sich dagegen und streitet ab, ein Radio zu besitzen (was ja auch der Wahrheit entspricht), aber dann beginnt er zu sehen, wieviel Hoffnung seine Freunde in positive Meldungen stecken und wie nötig sie positive Nachrichten hätten. Also beginnt er, ihnen zu geben, was sie brauchen: gute Nachrichten, die er sich ausdenkt und unter ihnen verbreitet. Natürlich bleibt dies der deutschen Überwachung nicht lange verborgen und so kommt es, wie es kommen muß... Wer bereit ist, auch in den schlimmsten Themen Humor zu finden und zu vertragen, wird diesen Film sicherlich noch höher bewerten als ich. Mich selbst stört der Humor auch nur bedingt, ich finde es dem Thema entsprechend etwas unpassend, aber ich kann damit leben und zumindest ist es eine schöne Vorstellung, dass die Ghetto-Gefangenen zumindest ein paar schöne und heitere Momente unter ihren Nächsten hatten. Was Robin Williams' Schauspiel-Leistung betrifft, gibt es wieder einmal nichts zu Bemängeln, denn dieser Mann ist einfach genial und einer der absolut Besten. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis er den Film der Filme für sich erwischt und einen Oscar erhaschen wird. Jedenfalls hätte er dies mehr als verdient, so viele schön heitere, wie auch traurige Momente er uns schon beschert hat. So gewinnt man seinen "Jakob" auch wieder auf der Stelle lieb und wird durch ihn auf allzu menschliche Weise durch den Film geführt. Das Beste an diesem Schauspieler ist, dass man ihm seine Rollen immer 100%ig abnimmt. Aber auch die anderen ausgewählten, weniger namhaften Schauspieler in diesem Film, tragen wesentlich dazu bei, den Film so innig wirken zu lassen. Auch sie sind durch eine gewisse Portion Komik gezeichnet. Vielleicht ist "Jakob, der Lügner" ein "Kriegsfilm" der etwas anderen Art. An einigen Zuschauern wird er scheitern, einige wird er voll und ganz für sich gewinnen. Ich geselle mich zu denjenigen, bei denen der Film einen Platz im guten Mittelfeld findet, denn es passt eben doch nicht alles zusammen und einiges hätte besser gemacht werden können. Robin Williams muß nicht immer den Komiker raushängen lassen und es wäre einmal interessant gewesen, ihn in einem durch und durch ernsten und sentimentalen Film zu sehen. Das Thema hätte sich dafür ja angeboten...
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