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Henry V [UK IMPORT]
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| Wie man Shakespeare verfilmt, ohne den Zauber zu zerstören | |
|  | Olivier suchte zunächst vergeblich einen Regisseur, bis ihn ein Kandidat nach seinen Vorstellungen fragte. O. erläuterte so überzeugend, daß sein Gegenüber (sinngemäß) sagte: Wozu brauchen sie da noch einen Regisseur? Das Ergebnis bestätigt die Richtigkeit dieser Empfehlung. Hier wird die desillusionistische Bühnen-Kunst Shakespeares mit dem Illusionsmedium Film in einzigartiger Weise verbunden. Schritt für Schritt verläßt die Handlung - geführt vom Chorus - die nachgebaute Globe-Bühne und tritt ein zunächst in Prospekte im zeitgenössischen Miniaturenstil (es fällt schwer, gemalte Kulisse vom realen Vordergrund zu trennen) um dann bei Agincourt völlig zum Realfilm überzugehen (Die Schlacht ist nebenbei stark von Eisensteins 'Alexander Newsky' beeinflußt.). Zum Ende hin verläuft die Entwicklung wieder rückwärts bis zum applaudierenden Publikum des Globe. Der heute etwas antiquiert-pathetisch anmutende Stil der Schauspieler paßt ausgezeichnet ins Ambiente. Die Kürzungen des Textes sind zwar umfangreich aber denkbar geschickt gemacht. Der Propagandacharakter (der Film enstand zur Zeit der Normandieinvasion) bleibt im Rahmen des Erträglichen (auch gegenüber dem z.T. etwas chauvinistischen Shakespeare-Text). Ich halte diesen Film auch und gerade für Shakespeare-Neulinge für einen hervorragenden Einstieg (Oliviers Hamlet, der eben diese Absicht verfolgte, ist da erheblich schwerer verdaulich). Dieser Film hat Maßstäbe gesetzt, mit denen sich fast jeder weitere Adaptionsversuch (Film und Bühne)herumschlagen mußte. Bis heute nicht angestaubt, äußerst empfehlenswert, max.Punktzahl.
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