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| Editorial Reviews: | |  |  | | Wunderschöne, witzige und wunderbar berührende Coming-of-Age-Geschichte von Caroline Link, die für ihr Regiedebüt mit etlichen deutschen und bayerischen Filmpreisen überschüttet wurde. Erwachsen und selbständig wird darin Lara (Entdeckung Sylvie Testud, die auch in Caroline Links Nachfolgefilm, der modernen Adaption des Kästner-Klassikers Pünktchen und Anton eine wichtige Rolle spielt), die als Tochter gehörloser Eltern nicht so schnell von ihnen losgelassen wird. Als Kind übersetzt sie alte Liebesmelodramen im Fernsehen für die Mutter in Gebärdensprache und nutzt ihre Übersetzerfunktion schon mal beim Elterntag in der Schule zu ihren Gunsten aus. Als sie älter wird, beginnt sie sich fürs Klarinettenspiel zu interessieren. Ihr Vorbild ist Clarissa (Sibylle Canonica, die sonst in den Münchner Kammerspielen auf der Bühne steht), die Berufsmusikerin ist und von ihrem Mann (TV-Veteran Matthias Habich in einer prägnanten Nebenrolle) getrennt lebt. Doch Laras Vater, der keinen Sinn für die Welt der Musik hat, will ihr die Musikhochschule verbieten. Lara muss sich entscheiden, ob sie ihren eigenen Weg gehen will. In wunderschönen, poetischen Bildern (Kamera von Profi Gernot Roll), z.B. Schneefall vor den Fenstern oder ein Tanz auf dem Eis, erzählt Kinoregiedebütantin Link ihre ergreifende Geschichte ohne die Behinderten-Thematik kitschig-süßlich oder pädagogisch-engagiert auszuwalzen. Zur melancholisch-lebensfrohen Stimmung des Sleeperhits, der knapp zwei Mio. Menschen in die deutschen Kinos zog, bei Filmfestivals in Tokio und Chicago Preise gewann und sogar beim Oscar-Rennen mitmachen durfte, trägt maßgeblich die Musik von Niki Reiser bei, der beim Score sowie bei Vorführstücken von Lara Klezmer-Musik einbaute. --Heike Angermaier |  |
| Custom Reviews: | |
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|  | "Jenseits der Stille" ist ein wunderbar gefühlvoller, nachdenklicher und gleichzeitig auch witziger Film, ohne dabei auf die Tränendrüse zu drücken oder respektlos mit dem Thema umzugehen. Die Figuren sind so gut entworfen und schauspielerisch umgesetzt, dass man von Anfang an in die Geschichte und die Probleme der Figuren involviert ist. Ich habe den Film ungelogen bestimmt 50x angeschaut und er rührt mich jedes Mal wieder. Beeindruckt von der Atmosphäre des Films habe ich sogar Klarinette gelernt :-) und alle, denen ich den Film gezeigt habe, waren begeistert. Er ist mein absoluter Lieblingsfilm und ich empfehle jedem, den Film zu erstehen, bevor es ihn nicht mal mehr gebraucht zu kaufen gibt.
| |  | Das Mädchen Lara lebt bei seinen gehörlosen Eltern wohlbehütet. Durch das Handikap ihrer Eltern wird Lara zu deren Dolmetschern zur Außenwelt. Durch ihren Großvater und ihre Tante Clarissa lernt Lara den Zauber der Musik kennen. Fortan übt sie auf der Klarinette, die ihr Clarissa schenkte.
Lara bekommt noch ein Schwesterchen und die Jahre ziehen dahin. Als die Zeit gekommen ist, möchte Lara auf die Musikhochschule in die Großstadt. Ihr Vater ist dagegen, aber Lara setzt sich durch. Sie lernt einen netten Gehörlosenlehrer kennen. Da stirbt ihre Mutter und Lara muss sich erneut mit ihrem Vater auseinandersetzen.
Der Film erzählt mit leisen Tönen den Lebensabschnitt eines jungen Menschen mit ganz besonderen Eltern. Altklug und pfiffig geht die junge Lara mit der Aufgabe des Sprachrohrs für ihre Eltern um. Der Gegensatz, Leben ohne Musik und Liebe zur Musik, erzeugt eine filigrane Dramatik und wirkt wie ein dünnes Seil auf dem die Protagonisten tanzen.
| | Diesseits der Herzenswärme | |
|  | Ein sensibles Mädchen wächst bei taubstummen Eltern auf. Das Mädchen Lara kann hören, und es ist die Brücke für die Eltern zur Welt der Geräusche. Lara verbringt Stunden ihres Lebens, um für die Mutter vor dem Fernseher Liebesfilme zu "dolmetschen". Lara übersetzt auf Banken und bei Gesprächen mit der Lehrerin. Sie liebt ihre Eltern leidenschaftlich und schämt sich, denn ihre Familie setzt Prioritäten anders und holt sie schon mal aus dem Unterricht, weil Laras Dolmetscherqualitäten wichtiger erscheinen als die schulischen Anforderungen.
Laras Tante ist Musikerin und das Idol des Kindes. Das Verhältnis zum Vater, dem Bruder, ist gespannt: Der Bruder hatte nie eine Beziehung zur Welt der Musik. Und die Schwester fühlte sich vom taubstummen Bruder, dem die Liebe der Mutter gehörte, erdrückt. - Der Bruder litt zeitlebens unter der genialen Schwester und der Verachtung des musikbegeisterten Vaters...
Lara lernt entgegen des väterlichen Widerstandes Klarinette und entdeckt eine den Eltern fremde Welt. Die kleine, zum Glück des Kindes HÖRENDE Schwester entlastes Lara in manchen Pflichten. Lara zieht zum Musikstudium nach Berlin.
Doch da verunglückt die Mutter auf einer Radtour tödlich. Der Vater gibt Lara moralisch die Schuld daran: Die Mutter hatte seinerzeit nur wegen der Tochter das für Taube so gefährliche Radfahren erlernt...
Lara versucht, sich um den Vater zu kümmern, da zu sein. Doch die Stille im Haus raubt ihr jeden Lebensverv. Ein junger Musiklehrer, ausgebildet an einer Gehörlosenschule, führt sie zur Lebensfreude zurück, zum Wunsch nach Selbstverwirklichung. Ein Giora-Feidman-Konzert, eine Nacht voller Musik und Leidenschaft... Sie zerstreitet sich mit dem Vater und geht wieder nach Berlin, zur Musik...
Die kleine Schwester, wesentlich impulsiver und unbedarfter als Lara, leidet nicht nur, sondern handelt: Sie haut ab und fährt zur Schwester. Irgendwie müssen doch Vater und Schwester wieder zu vereinen sein, wenn sie sich doch eigentlich so lieben...
Die Tante übernimmt es, die kleine Marie wieder zurück zu fahren. Im Auto sitzend, übt sie erstmals die Taubstummensprache, um sich mit ihrem Bruder probeweise zu verständigen...
Und der Vater überwindet sich und fährt tatsächlich zur Aufnahmeprüfung seiner großen Tochter. Er akzeptiert, wenn auch schmerzlich, deren Entscheidung für den eigenen Weg, den der Klänge und Töne...
Keiner ist hier der Buhmann. Jede Figur geht ihren Weg, erfährt, erleidet, erkennt. Und akzeptiert, letztendlich...
Einer der warmherzigsten, leisesten, leidenschaftlichsten Filme, die ich je gesehen habe...
| | Ein bezaubernder, brillanter Film | |
|  | Seit Jahren stand diese DVD in meinem Schrank, ohne sie gesehen zu haben. Gestern Abend schub ich das gute Stück endlich in den Player und bereute 108 Minuten später, dass die Scheibe so lange in meinem Schrank stand.
"Jenseits der Stille" ist ein einfühlsamer, spannender, interessanter, gefühlvoller Film und zweifellos eine Sternstunde des deutschen Films. Einmal mehr habe ich die Erfahrung gemacht, dass ein Film von Caroline Link immer einen Kauf wert ist, nachdem mich "Nirgendwo in Afrika" bereits sehr begeisterte. "Jenseits der Stille" hingegen berührte mich noch mehr -- mein neuer Lieblingsfilm.
| |  | Der Film besticht durch seine klare Erzählweise, ohne viele Schnörkel, ohne kitschig zu sein auch bei den traurigen Erlebnissen, die die junge Lara hat. "Wie hören sich Schneeflocken an" - fragt der gehörlose Vater. Wie erklärt man das? Ganz besonders schön war für mich auch die zarte Liebesgeschichte. Wie viel Einfühlungsvermögen der junge Mann hatte und wie viel da noch an Verstehen zwischen den Zeilen stand! Ich mag Klarinettenmusik sehr und hatte später noch die Gelegenheit, ein Konzert mit Giora Feidman zu erleben, das genauso begann wie im Film gezeigt. Jenseits der Stille wird mir immer unvergesslich bleiben!
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