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At Folsom Prison

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Editorial Reviews: 
AT FOLSOM PRISON
Johnny Cash hatte bereits ein Jahrzehnt lang immer wieder neues musikalisches Terrain erobert, als die Welt durch Johnny Cash at Folsom Prison plötzlich von ihm Notiz nahm. Die Wechselwirkung zwischen einem unberechenbaren Gefängnispublikum, das allein auf Spaß aus war, und einem Johnny Cash in absoluter Bestform war faszinierend. Sein nüchtern-männliches Auftreten hatte endlich ein Zuhause gefunden. Die Songs, zu denen alle ihm bekannten Songs über das Gefängnisleben gehörten ("I Got Stripes", "The Wall", "25 Minutes To Go", "Cocaine Blues" und natürlich "Folsom Prison Blues") waren wie geschaffen, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Bei diesem Set geht es vor allem um Atmosphäre. Diese CD-Version aus dem Jahre 1999 enthält drei vorher unveröffentlichte Stücke und bietet den Auftritt in Folsom Prison damit erstmals in voller Länge. --Colin Escott


Custom Reviews: 
Ein LIVE - Dokument, zweifellos wenigstens 5 Sterne wert !
5 out of 5 stars.
Ich bin kein so großer Country - oder JOHNNY CASH Fan, aber diese CD hat mich schon in den Bann gezogen. Bereits der "Folsom Prison Blues" am Beginn des Sets, in dem er singt "I shot a man in Reno, just to watch him die" war sehr gewagt, kam aber wohl zur rechten Zeit am richtigen Ort ! Danach herrschte schon eine angespannte Atmosphäre, die durch weitere Knast - Songs, u. a. "25 Minutes To Go" (geschrieben vom einmaligen SHEL SILVERSTEIN) noch geladener wurde. Es knisterte vor ca. 2000 Gefangenen und bis an die Zähne bewaffneten Wärtern erheblich und JOHNNY CASH lief zur Hochform auf. "Jackson" singt er zusammen mit seiner Frau June Carter und die Menge ist begeistert. Paßt als vorletzter Song "Green, Green Grass Of Home" ? Ich weiß es nicht, egal. Zum Schluß singt er noch den Song eines Insassen und hat damit natürlich klar gewonnen. Eine beeindruckende Performance. Die CD kommt mit Booklet und Linernotes.

Denkmal zu Lebzeiten, Teil 1
5 out of 5 stars.
"I shot a man in Reno just to watch him die" -- diese Zeile im Hochsicherheitsknast zu bringen, das muss sich einer erstmal trauen -- und zwar ohne sich lächerlich zu machen, oder gelyncht zu werden, oder einen Aufstand auszulösen, oder alles zusammen.
Johnny Cash konnte das. Das und noch mehr -- "At Folsom Prison" gehört, wie auch "At San Quentin" ein Jahr danach, zum Besten, was jemals im C&W-Genre gemacht wurde, und es geht weit, weit, weit über die Cowboymusik-Schublade hinaus; mehr als einen Track würde man, wenn man's denn unbedingt verschubladen wollte, sowieso eher in die Gospel-/Blues-Schublade stecken, und auch Folk und Rockabilly sind viel präsenter als die "reine Lehre" des Country, gegen die Cash sowieso mit jedem Takt verstößt. Man hört das gleich beim ersten Track: Einer von Cashs ersten Hits, "Folsom Prison Blues", ist ein reinrassiger Blues, der genauso gut von Leadbelly oder Muddy Waters stammen könnte. Und mit welchem Song hätte er sonst dieses Konzert einleiten sollen?

Johnny Cash mit ausgesuchter Begleitband (Wer sonst hatte jemals die Ehre, einen Carl Perkins als Begleitmusiker dabeizuhaben?) beim Live-Auftritt vor Strafgefangenen also. Der Funke sprang gleich beim "Hello, I'm Johnny Cash" über, das spürt man. Man hat das tobende Publikum förmlich vor Augen. Ich kenne viele exzellente Live-Alben, aber gegen diese Wahnsinns-Atmosphäre anstinken kann keines davon. Cash kommt nicht als mildtätiger Onkel, nassforscher Möchtegern-Wohltäter oder auf Kumpel machender Bekehrungsprediger: Von der ersten Sekunde an steht er auf Augenhöhe mit seinem Publikum. Plaudereien, schlagfertige Bemerkungen, sarkastische Kommentare, fiese Witze: Alles kann man hören, zwischen den Songs und auch mittendrin, nichts davon ist aufgesetzt oder pseudo-cool, sondern echt. Das herrliche Geplänkel, das mit Cashs Bitte "Can I have a glass of water?" seinen Anfang nimmt, steht stellvertretend für viele andere.

Die Augenhöhe macht es also. Und deswegen steht die eingangs zitierte Zeile aus "Folsom Prison Blues" auch nicht einsam und verlassen in diesem Konzert: Wer anders als Johnny Cash hätte es hier wagen dürfen, das in pechschwarzen Humor getränkte "25 Minutes to Go" mit abschließendem lautmalerischem Am-Galgen-Baumeln vorzutragen? -- Rhetorische Frage; auch das hätte kein anderer gewagt, wagen dürfen. Aber bei Cash lacht das Publikum genau an den allerschwärzesten Stellen. Ähnlich "Joe Bean", die schwarzhumorigste bittere Anklage, die man sich vorstellen kann. "They hanged this son of a bitch anyway"... und das Publikum kapiert, wie's gemeint ist. Cash als Magier.

Soviel also zur unwiederholbar intensiven Atmosphäre dieses Albums. Dabei ist das Ganze auch musikalisch erste Sahne, insbesondere in der nun wiederhergestellten vollständigen Fassung. Ein Glanzlicht ist sicher "Orange Blossom Special", die ins Musikalische übersetzte Fahrt einer Dampflok, unter heldenhaftem Einsatz einer Mundharmonika (Cashs Kommentar ist schon wieder unschlagbar). Eine bessere Version davon gibt's nicht, kann's nicht geben. Oder nehmen wir "The Long Black Veil" -- Cash singt diesen Traditional, nur sparsam von seiner Akustik-Gitarre begleitet, dermaßen eindringlich, dass man schlagartig alle anderen jemals gehörten Versionen vergisst; das Ganze ist unfassbar perfekt, nimmt übrigens auch hier wieder mal die "American Recordings" vorweg. Aber das i-Tüpfelchen auf dem Ganzen ist nicht einmal der musikalische Instinkt, der Cash in dieses Stück förmlich hineinkriechen lässt, sondern, dass er an der allerergreifendsten Stelle anfängt zu kichern. Der Bann ist gebrochen. Allein wegen dieser Szene muss man ihn ins Herz schließen. Und nicht nur hier nimmt er sich selber auf die Schippe.

Was die einzelnen Songs angeht: Neben weniger Bekanntem und fast Unbekanntem kriegt man hier natürlich auch die Live-Versionen der Klassiker auf die Ohren, neben den bereits erwähnten auch "I Walk the Line" z.B. auch "Jackson". Letzteres natürlich als Duett mit June Carter, und noch fetziger als von der Studio-Version bekannt. Die beiden verstehen sich, das hört man.
Ich könnte nun jeden der 19 Tracks begeistert vorstellen, jeder hätte es verdient, aber stattdessen empfehle ich, diese CD am Stück zu hören. Und vorher unbedingt sämtliche Telefone auszustöpseln und die Türklingel abzustellen.

Auch Besitzern der alten LP kann man den Kauf der CD nur empfehlen! Was damals weggelassen wurde, war keineswegs schwächer als das veröffentlichte Material. Dazu das Booklet -- es enthält neben Cashs faksimilierten handschriftlichen Überlegungen zu diesem Konzert noch weitere Rückblicke und Stellungnahmen von 2000, anlässlich der ungekürzten Wiederauflage. Auch wenn man's ohnehin schon geahnt hat, so liest man hier schwarz auf weiß, wieviel ihm dieses Konzert bedeutet hatte -- Cashs Denkmal zu Lebzeiten, Teil 1.
Fünf(zigtausend) Sterne.

DIE Cash-Scheibe
5 out of 5 stars.
Unglaublich die Wucht und Energie, die diese Scheibe rüberbringt!
Wer Cash erleben will, darf daran nicht vorbeihören!

ein tolles Album welches Musikgeschichte schrieb
5 out of 5 stars.
1968- Johnny Cash hat seine jahrelange Amphetamin- und Alkoholsucht hinter sich gelassen und befindet sich auf dem Höhepunkt seines schöpferischen Könnens.
At Folsom Prison ist ein grossartiges, authentisches Album und die eingefangene Stimmung jagt einem bei jedem Anhören kalte Schauer über den Rücken. Johnny Cash hat dafür 1968 einen Grammy erhalten, für das beste Album des Jahres und hat die Beatles in ihren Verkaufszahlen übertroffen... Die CD sollte in keiner Sammlung fehlen!

Cash macht sich unsterblich; die Erste!
5 out of 5 stars.
Das unter der "At San Quentin" rezensierte gilt uneingeschränkt auch für diese, etwas frühere Aufnahme. Vor allem die Intensität, ja fast Magie, die mit dieser Aufnahme rüber kommt, ist sensationell. Man fühlt sich vom ersten Ton weg in einen schwül-heißen, nikotingeschwängerten und teils unter Hochspannung stehenden Live-Act hineinversetzt, bei dem es keineswegs zweitrangig ist, wo er entstand. Diese Intensität konnte nur dort erreicht werden, wo ein Konzert eine absolute Ausnahme war; wie Weihnachten und Ostern und Geburtstagsfeier zusammen. Die Überschwenglichkeit wie Unberechenbarkeit der Gefangenen tragen dieses Konzert genauso wie Cash's gesamtes Repertoire über das Gefängnisleben. Egal ob "The Wall", "I got stripes", das beklemmende "25 Minutes to go" oder der einzigartige "Folsom Prison Blues", hier erlebt der sonst eher spröde Barde seinen ersten wirklich großen Höhepunkt. Nur wenige Live-Scheiben können da noch mithalten.
Welche der beiden Gefängnis-Live-Scheiben nun die bessere ist, kann ich auch nach 30 Jahren nicht beurteilen. Ich sehe sie vielmehr als Ganzes. Wie ein Doppel-Live-Album eben. Mal hat die "At San Quentin" die Oberhand, mal die "At Folsom Prison". Vielleicht mag ich die "At Folsom", als "Erstgeburt" sozusagen, fast ein bisschen lieber. -Herrausragend sind aber beide!
"Listen closely to this album and you hear in the background the clanging of the doors, the shrill of the whistle, the shout of the men. -Even laughter from men who had forgotten how to laugh" J.C.





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