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Frank Zappa: In eigenen Worten
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|  | Der Zappa konnte gniedeln und gefährliche Sprüche machen und war erhaben intelligent und deshalb kennen die meisten nur Bobby Brown und die Formatradios kennen ihn gar nicht. Hier kann man mal nachlesen, was es bedeutet, unabhängig zu denken. Unvergessen Zappas Backstage-Folter durch einen imaginären Fan in Wien, Zappas Musiker musste die Rolle übernehmen, der kritisiert hatte, daß Zappa in einem dicken Chevrolet forgefahren war. Zappa läßt sich im Umkleideraum schlagen und ruft: "Ich fuhr in einem Chevrolet!" Paff! "Ich fuhr in einem Chevrolet!" Paff! Darauf muss man erst mal kommen. Im Buch also: Ein großer Künstler und sein Denken.
| | 120 Seiten starker Monolog | |
|  | "Im Rockjournalismus basteln Leute, die nicht schreiben können, aus Interviews mit Leuten, die nicht reden können, Geschichten für Leute, die nicht lesen können (FZ)" - Trotz dieser Aussage hat Zappa "vermutlich mehr Interviews gegeben als irgendein anderer Musiker", wird gleich im ersten Satz festgestellt. Zum Glück. Denn genau das ist die Grundlage, aus der Barry Miles dieses Buch "gebastelt" hat.
Der Autor hat aus hunderten von Interviews, die der Meister zwischen 1966 und 1993 gegeben hat, die wichtigsten Elemente herausgeschnitten, zeitlich und thematisch sortiert und eine Collage erschaffen, die viele Infos aus dem Leben und der Denkweise Zappas aufzeigt, quasi erzählt von ihm selber. Die Parallelen zu Zappas Arbeitsweise sind deutlich, denn dieser hat seine Werke ebenfalls auf diese Art in pedantischer Akribie bearbeitet.
Das Buch ist nicht besonders dick und könnte in manchen Bereichen noch mehr in die Tiefe gehen - vor allem was den musikalischen Teil angeht. Aber der Autor hat sich bewusst auf die Stellen konzentriert, die noch nicht durch andere Biographien oder Interviews 100 mal durchgekaut wurden. Somit schafft er es, anhand der wichtigsten Eckpunkte, durch Zappas Leben zu führen und seinen musikalischen als auch seinen politischen Werdegang zu beleuchten. Das ganze liest sich wie ein 120 Seiten starker Monolog des "Meisters" selber, was es genau genommen ja auch ist.
Für den Zappa-Fan eine echte Bereicherung.
| |  | Es gibt eine Menge posthum veröffentlichte Bücher über den ehemaligen "Bürgerschreck" Amerikas und schon immer haben sich Linguisten und progressive Musikwissenschaftler über sein künstlerisches Werk ausgelassen. Wie weit stand er außerhalb des Mainstream? Wie perves war er eigentlich - in welchem Sinne auch immer? Diese und andere Fragen wurden und werden erörtert. Die Aussagen-Sammlung "In eigenen Worten" gehört nicht zu den neuen Büchern über den Künstler. Daher wird es auch für Fans nichts neues zu entdecken geben. Dennoch legt Miles auch mit dieser Ausgabe eine modernisierte Version (neues Cover-Foto, neues Layout) nicht nur für Zappalogen vor, sondern auch für jene, die Amerika-Kritik a la Micheal Moore und andere Autoren für neu halten. Denn viele Dinge, die Moore & Co. heute (zurecht) anprangern, hatte Zappa schon seit den 60ern auf der Schippe. Und das mit ähnlichem Humor, mit Analyse und Weitsicht. Anhand ausgewählter und inzwischen legendärer Außerungen aus Interviews kann man sich ein Bild der Zappaschen Biografie und seines Schaffens machen und Zeuge werden, dass Musiker früher einmal etwas zu sagen hatten bzw. etwas sagen durften. Allerdings sollte der Neueinsteiger dabei nicht darauf verzichten die ein oder andere CD im Hinterund zu spielen. Es gibt ja genug. Schöne Dreingabe ist das Vorwort von Vaclav Havel, für den Zappa DER Inbegriff westlicher Freiheit war. Eine Freiheit die der Allroundmusiker vorausblickend auf heute in höchster Gefahr sah - und leider Recht behielt. 125 Seiten, 16 s/w Fotos.
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